Vom Rauche
oder Starker Tobak und Smoke`n`Roll um 1840
Wenn von Glut entflammt des milden Krautes Wundergeist
entbrennt/
Schlingt der Rauch sich zu Gebilden, die nur Künstlers
Sinn erkennt//
Er gewahr in dessen Kreisen eine wundersame Schrift/
Die den tiefsten Sinn mit leisen, rätselhaften Zügen
Trifft/
Sie zu bannen bleibt vergebens, sie verweht ein schwacher
Hauch/
Doch er ahnt den Sinn des Lebens, und so deutet er den
Rauch//
Sieh da schmiegt das Luftgewimmel enger sich an seine
Brust/
Malet ihm der Freundschaft Himmel, (ihm) der Liebe
Götterlust/
Und er folgt dem frischen Triebe, folgt dem alten
Adamsbrauch/
Daß er
ihm doch ewig bliebe, dieser wunderschöne Rauch//
Einst im hehren Oriente waren
Bilder Posie/
Und nun herrscht im Occiente
auch dieselbe Theorie/
Und so sollen denn nach Brauche Welt und Welt verglichen
sein/
Die Moderne mit dem Rauche, die Antike mit dem Wein//
Träume möchten gern verführen, heucheln der Gesetze
Schein/
Formen wollen imponieren und sind doch nur Gaukeleien/
Wie sie Nicot`s duftge Pflanze und Arabiens brauner Saft/
Bei dem rätselhaften Tanze bunter Phantasien schafft//